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Gute Zeiten, schlechte Zeiten

by Martin on Jan.19, 2010, under Allgemein, Foto, Privat, Uni

Gute und schlechte Zeiten können mitunter recht nah beieinander liegen. Gestern zum Beispiel habe ich mich erst gefreut, dass ich den Ventilator im Badezimmer ebenso wie die Lampe in der Abstellkammer reparieren konnte und daher keine(n) neue(n) kaufen musste, und abends ging dann meine Kamera kaputt.

Ich war gerade dabei ein paar Testbilder zu schießen und zu probieren, wie mein neuer Durchlicht- und Reflexschirm so das Zimmer ausleuchtet, da habe ich auf einmal einen fetten schwarzen Balken in den Fotos und die Kamera klickt und klackt nur noch ganz erbärmlich. Die Kamera ließ sich nichtmals mehr einschalten, sondern vermeldete nur noch “ERR 99″ (nicht zuzuordnender Fehler). Anhand der Bilder bin ich mir ziemlich sicher, dass sich eine Lamelle des Verschlusses gelöst hat und diesen jetzt blockiert. Habe die Kamera heute früh gleich zur GIMA Werkstatt gebracht (mit denen ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht habe) und hoffe nun, dass der Schaden auf Kulanz repariert wird; immerhin ist die Kamera keine eineinhalb Jahre alt. Sollte die Reparatur nicht auf Kulanz erfolgen kommt das einem wirtschaftlichen Totalschaden recht nahe, ich kann dann nämlich mit mindestens 250 Euro für den neuen Verschluss rechnen. Prost Mahlzeit…

Abgesehen davon sitze ich – jedenfalls theoretisch – momentan über meinen Psychologie Skripten und versuche mir diesen ganzen Kram für mein Staatsexamen im Februar in den Kopf zu pressen. Nicht die leichteste Übung, wenn einen der Mist nicht im geringsten interessiert und man das ganze Zeug (anders als bei normalen Klausuren) noch nie gehört hat. Aber wenn’s tausende vor mir geschafft haben, werde ich es wohl auch schaffen.
Ach ja, apropos schlechte Zeiten: Habe die Tage gehört und gelesen, dass ich wohl ohnehin keinen Job bekommen werde: Insbesondere im fach Deutsch sowie in den Fremdsprachen werden weniger Lehrer gesucht, als es Studenten/Referendare gibt. Genauer gesagt werden dieses Jahr bloß halb so viele Lehrer gebraucht, wie es Refendare gibt – oder andersrum: Jeder zweite steht auf der Straße. Besser wirds in Zukunft aber auch nicht, denn 2011 läuft das 9-Stufige Gymnasium aus und es werden dann – wegen weniger Klassen – noch weniger Lehrer gebraucht. Da tut man sich dieses furchtbare, dämliche und hirnrissige Lehramtsstudium wegen der besseren Jobaussichten an, und dann nützt es am Ende nichts… Wunderbar! Arbeitslos hätte ich mit meinem Magisterstudium auch (und viel schneller) werden können.

In diesem Sinne allen noch ein frohes Jahr 2010.

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Winterspaziergang

by Martin on Jan.19, 2010, under Foto

Hier ein paar Impressionen von einer kleinen Winterwanderung in der Nähe des Tegernsees. Naja ok, ich gebe zu, eigentlich dient dieser Eintrag nur dazu, das neue Blogdesign sowie die Bildergalerie zu testen. Leider war das Wetter nicht so überragend und der Himmel die meiste Zeit bewölkt, es war aber trotzdem ganz nett, durch den verschneiten Wald zu laufen.

Man entschuldige die nicht optimale Qualität der Bilder – die Galerie-Software hat sie beim Hochladen verkleinert und komprimiert, da mussten die Fotos etwas leiden. Beim nächsten mal passe ich’s gleich aufm PC an.

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Mein erster Auftrag als Fotograf

by Martin on Nov.19, 2009, under Foto

Letztes Wochenende hatte ich meinen ersten „Auftrag“. Ich sollte die Absolvia (= Bachelor-Abschlussfeier) einer privaten Fachhochschule in München fotografieren, wobei es vor allem um die Gruppenbilder der verschiedenen Studiengänge und die Zeugnisvergabe der einzelnen Studenten ging. Daneben sollten dann noch einige Partyfotos vom Sektempfang gemacht werden und, als besonderes Highlight, ein Foto, auf dem die versammelten Absolventen ihre ‚Doktorenhüte’ in die Luft schmeißen. Die Veranstaltung fand im Münchener Maximilianeum statt, wobei die Gruppenfotos auf der geräumigen aber leider recht dunklen Treppe in der Eingangshalle gemacht werden sollten.

Da die Hochschule von mir natürlich eine Art Rechnung brauchte, durfte ich vorab erstmal mit Finanz- und Gewerbeamt telefonieren. Im vierten oder fünften Anlauf bekam ich dann die Information, dass für eine solche einmalige Sache kein Gewerbe angemeldet werden muss, und ich einfach einen Brief mit Name, Adresse und Rechnungsbetrag schreiben kann. Das reicht in einem solchen Fall als Rechnung aus und muss von meiner Seite – zumal es auf Grund des geringen Betrages nicht lohnsteuerpflichtig ist – auch nicht weiter ans Finanzamt gemeldet werden. Soweit so gut.

Ein paar Wochen vor dem eigentlichen Termin habe ich mich zur genaueren Absprache und Ortsbegehung mit einer Dame von der FH getroffen, die die Feier organisiert. Dabei waren außerdem je ein Techniker vom Landtag und der FH sowie der für die Videoaufnahmen bei der Feier zuständige Professor. Da sich insbesondere die für die Gruppenfotos ausgesuchte Treppe als ziemlich dunkel herausstellte, habe ich beim Techniker der Hochschule zwei Arri Daylights (Filmscheinwerfer) mit je 2,5kW  bestellt. Davor sollte jeweils eine Chimera, also eine helle Folie, welche das Licht der Scheinwerfer noch etwas weicher macht, befestigt werden.

comp_absolvia-001Am Veranstaltungstag  war ich dann ab ca. 16 Uhr vor Ort (die Gruppenfotos waren für 17.10 Uhr geplant, um 18 Uhr sollte die eigentliche Zeugnisvergabe beginnen) und habe ein paar Testfotos gemacht, um mich über die Lichtverhältnisse zu informieren. Wie sich herausstellte, war es nicht nur im Senatssaal, in dem die Vergabe stattfand, ziemlich dunkel, sondern auch auf der Treppe des Landtags herrschte trotz Arri-Scheinwerfern eher schlechtes Licht. Die Lampen standen auch weiter von der Treppe weg, als ich das eigentlich geplant hatte, jedoch ließ sich das nun in der kurzen verbleibenden Zeit nicht mehr ändern. Da ich wenigstens jede Menge Platz hatte, um mit der Kamera von der Treppe wegzugehen, entschloss ich mich, die Gruppenfotos mit einer 50mm Festbrennweite zu machen. So konnte ich Verzerrungen im Bild eliminieren und musste mich nicht mit dem nachträglichen ‚zurechtbiegen’ der am Rand stehenden Personen beschäftigen. Da ich trotz ISO 800 schon bei 1/50sec Belichtungszeit war, konnte und wollte ich keine Blende kleiner als 5-5.6 nehmen – diese war aber, auch auf Grund meines großen Abstandes zur Treppe, von der Tiefenschärfe her ausreichend.

Für die Gruppenbilder verwendete ich neben einem Stativ auch einen Kabelfernauslöser. Dieser ermöglichte mir nicht nur verwacklungsfreie Aufnahmen, sondern bot auch den Vorteil, dass ich mich nicht hinter der Kamera „verstecken“ musste. Nachdem ich Bildausschnitt und Fokus eingestellt hatte, stellte ich mich mit dem Auslöser in der Hand neben die Kamera und begann, für die aufgestellte Gruppe den „Kasper“ zu machen. So hatte ich die volle Aufmerksamkeit der Gruppe und konnte schnell reagieren, wenn jemand zur Seite schaute, nicht freundlich lächelte oder einen Schritt zur Seite machte. Ich glaube, diese direkte Kommunikation mit den Leuten merkt man den Bildern auch zu einem Stück weit an. Denn obwohl natürlich diverse Fotos wegen geschlossener Augen etc. aussortiert werden mussten,  machen alle Personen bei den Gruppenfotos einen wirklich fröhlichen und glücklichen Eindruck – die Bilder transportieren für mich einfach eine positive Stimmung.

Für das Bild, auf dem die Absolventen ihre Hüte in die Luft werfen, habe ich neben meiner Kamera mit 50mm Objektiv auch noch die Kamera meiner Freundin ausgeliehen. Auf diese kam mein 17-50mm Zoomobjektiv und ich stieg mit der Kamera auf eine kleine Tretleiter, um das Hütewerfen aus einer etwas erhöhten Perspektive ablichten zu können. Gleichzeitig hatte ich in der linken Hand noch den Kabelauslöser meiner eigenen Kamera, so dass ich beim Werfen mit beiden Kameras gleichzeitig das „Feuer eröffnete“. Wie sich nachher herausstellte, war die erhöhte Position perfekt und es kamen ein paar tolle Bilder von den fliegenden Hüten heraus.

comp_absolvia-002Danach ging es dann im Eiltempo hoch in den zweiten Stock, wo ich dann erst einige Bilder vom ersten, inoffiziellen Sektempfang machte, und dann den Einzug der Professoren und Absolventen fotografierte. Es folgten mehrere Festreden und die eigentliche Vergabe der Zeugnisse (welche sich bei über 70 Studenten etwas hinzog, da zu jedem Studenten noch ein paar warme Worte gesagt wurden). Insbesondere bei den Reden habe ich ein lichtstarkes Tele-Objektiv vermisst. Mit meinem einfachen Tele konnte ich dank Bildstabilisator zwar ein paar schöne Bilder machen, glaube aber, dass die mit Blende 2.8 noch etwas besser geworden wären. Zudem hätte ich mir bei dem schummrigen Licht dann weniger Sorgen um’s Verwackeln machen müssen. Am Ende gab es dann den offiziellen Sektempfang, von dem ich wieder ein paar Fotos machte, und gegen 22 Uhr konnte ich dann mit knapp 1000 Fotos im Gepäck den Heimweg antreten.

Was bleibt als Erfahrung von meinem ersten richtigen, bezahlten Job als Fotograf?

  1. Es macht unheimlich Spaß. Seinem ‚Hobby’ nachzugehen und dafür Geld zu bekommen ist einfach ein wunderbares Gefühl.
  2. Man spürt einen gewissen Druck, wenn man dafür bezahlt wird. Es ist halt etwas völlig anderes, ob man „nur so“ privat Fotos bei einer Veranstaltung macht, oder ob man der offizielle Fotograf ist, der vom Veranstalter dafür bezahlt wird. Schließlich erwartet der Auftraggeber ja ordentliche Fotos, wenn er dafür etwas zahlt.
  3. Es ist anstrengend. Man glaubt es nicht, aber wenn man fünf Stunden ca. 1kg (Kamera + Objektiv + Blitz) um den Hals hängen hat, merkt man das am Ende recht deutlich im Nacken und in den Schultern. Außerdem kriegt man durch das ständige Hinknien, in die Hocke gehen und wieder aufstehen ziemlichen Muskelkater in den Waden.

Aber: Punkt 1. wiegt Punkt 2. und 3. locker wieder auf! Wenn’s nach mir geht, mache ich das in Zukunft gerne öfter. Bleibt nur der Haken mit der beruflichen Selbständigkeit. Denn wenn ich das regelmäßig mache, muss ich ein Gewerbe anmelden, Mitglied in der Berufsgenossenschaft werden usw. Und das lohnt sich dann finanziell erst, wenn man wirklich öfter Aufträge bekommt… vom bürokratischen Aufwand mit Steuererklärung, doppelter Buchführung etc. mal ganz abgesehen!

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Forum offline

by Martin on Nov.04, 2009, under Computer

Da seit einem Update der MySQL-Datenbank das Seniorenheim-Forum nicht mehr richtig funktioniert (es gibt div. Fehlermeldungen beim Erstellen eines neuen Beitrags), habe ich es erstmal deaktiviert. Da sich der Fehler nicht, wie gehofft, mit einem schnellen Update der Datenbankeinträge beheben ließ und die Aktivität im Forum in den letzten Wochen ohnehin gegen 0 gegangen ist, sehe ich auch keinen Grund, noch viel Zeit zu investieren, um das Board wieder richtig ans Laufen zu bringen. Von daher bleibt das Forum jetzt erstmal geschlossen, Kontakt lässt sich ja weiterhin via Facebook, ICQ, Twitter und die Blog-Kommentare halten.

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Google Apps und Windows 7

by Martin on Okt.27, 2009, under Computer

Mehr von der Computer-Front: Nachdem ich schon länger mit dem Gedanken gespielt habe, von meinem (kostenpflichtigen) GMX ProMail-Account zu einem (kostenlosen) GoogleMail-Account zu wechseln, und ich ohnehin schon länger eine eMail-Adresse mit “eigener” Domain haben wollte, habe ich vor ein paar Tagen meine gesamten eMails von GMX zu Google transferiert. Jetzt habe ich in der Tat die prototypische Mailadresse “vorname@nachname” – allerdings nicht .com oder .de, sondern .eu. Es gibt anscheinend doch mehr Leute, die so heißen wie ich, wenn man sich ansieht, wie viele TLDs mit meinem Nachnamen schon vergeben sind.

Da ich GoogleMail erstmal testen wollte, bevor ich mir ein eMail-Konto mit eigener Domain eingerichtet habe, habe ich zunächst einen normalen GoogleMail-Account eingerichtet. Leider funktionierte dabei der von Googlemail angebotene Migrationsservice nicht, so dass ich alle meine xx-tausend eMails in größeren Blöcken manuell per IMAP in Thunderbird rüberschieben musste. Habe zwar den Tip bekommen, dies per imapsync zu machen, aber der Aufwand, das ans Laufen zu kriegen, war mir dann doch etwas hoch. Schon blöd, wenn man keinen Linux/Unix-Rechner zur Hand hat. Nachdem ich dann nach ein paar Tagen festgestellt habe, dass Googlemail mir vom Funktionsumfang sehr zusagt (insbesondere das Web-Interface sowie die Möglichkeit, Push-eMail mit meinem iPhone zu nutzen spielten dabei eine Rolle), beschloss ich dann Google Apps für meine eigene Domain einzurichten.

Ich hatte dabei darauf gehofft, dass es doch problemlos möglich sein müsste, einen bestehenden Googlemail-Account zu einem Google Apps-Account umzuwandeln bzw. zu erweitern. Pustekuchen! Anscheinend sind Googlemail und Google Apps zwei völlig verschiedene Dinge, es wird nichtmals so ein POP-Transfer-Service angeboten, wie man ihn zur Migration von einem anderen Mailprovider zu Googlemail verwenden kann (wenn er denn funktioniert). Also habe ich mir erstmal fluchend meine Domain registriert, die entsprechenden DNS-Einträge für Google Apps gemacht und nach einer Stunde oder so lief das ganze dann auch. Ich wollte mich gerade daran machen, meine eMails wieder Gigabyte-weise per Hand durchs Netz zu schaufeln, als ich über den Tipp stolperte, die IMAP-Migration der Google Apps Professional Edition zu nutzen. Diese lässt sich nämlich in vollem Funktionsumfang 30 Tage lang kostenlos testen (sonst kostet sie 40€ pro Account und Jahr) und bietet eine tadellos funktionierende Möglichkeit, eMails inklusive Ordnerstruktur bzw. Labels von einem IMAP-Server zu Google Apps zu transferieren. Das ganze dauerte bei mir eine Nacht, dann waren alle eMails “drüben” und ich habe die Testphase der Professional Edition wieder abgebrochen.

Seitdem genieße ich den Luxus, jede eMail binnen weniger als einer Minute auf dem Handy zu haben und überdies eine eMail-Adresse zu besitzen, die sich von all den anderen @web.de- und @gmx.net-Adressen angenehm unterscheidet.

Zweiter Teil des Blogposts: Windows 7. Nachdem so ziemlich alle Online- und Offlinemedien unisono davon schwärmten, wie gut, problemlos und vor allem schnell Windows 7 selbst auf älterer Hardware laufe, habe ich gestern in einer spontanen Aktion den Wechsel von Vista Home Premium 32bit auf Windows 7 Home Premium 64bit gemacht. Da Windows 7 auf http://www.windows7fuerstudenten.de/ für nur 35,- Euro angeboten wird (aber, wer hätte das gedacht, nur für Studenten), fiel mir der Kauf nicht so wahnsinnig schwer. Aber Achtung: Es handelt sich bei der dort angebotenen Version um ein Upgrade, nicht um eine Vollversion. D.h. man kann das dort erworbene Windows 7 nur legal nutzen, wenn man auch eine gültige (Voll-)Lizenz von Windows XP oder Vista hat. Was das für praktische Konsequenzen mit sich bringt, will ich hier kurz schildern.

Der Upgrade-Pfad für Windows 7 sieht so aus: Wer eine 32bit-Version von Vista oder XP hat, soll auf eine 32bit-Version von Win7 wechseln. Wer schon eine 64bit -Version hat, auf die 64bit-Version. Ein Wechsel von 32 auf 64bit, wie ich ihn vollzogen habe, ist wohl nicht geplant. Da ich aber auf jeden Fall die 64bit-Versio haben wollte, allein schon, um endlich meine gesamten 4GB RAM nutzen zu können, waren mir Microsofts Vorstellungen, wie ich upzudaten hätte, relativ egal. Ich habe mir also die 64bit-Version geholt, und war nach dem Download (den man übrigens nur ein mal tätigen kann, außer man erkauft sich für ein paar Euro extra die Möglichkeit, das System für zwei Jahre beliebig oft herunterzuladen) etwas perplex, als ich mit dem Ordnerinhalt der Win7-Installations-CD konfrontiert wurde. Dies enthält nämlich (logischerweise) nur eine 64bit-Version des Installationsprogramms, was sich aber unter meinem 32bit-Vista nicht starten ließ. Was für den Nutzer äußerst ärgerlich ist, ist für MS nur logisch: Da man nur von einem 64bit-Vista oder -XP auf ein 64bit-Win7 updaten soll, brauchts auch nur ein 64bit-Installationsprogramm. Also musste ich mir aus dem Netz erstmal eine Anleitung besorgen, wie man aus dem Disk-Inhalt, den ich auf Platte hatte (und bei dem es sich unpraktischerweise nicht einfach um ein ISO-Image handelte), eine bootfähige Win7-DVD macht. Der Inhalt ist nämlich, wenngleich es nur ein Update ist, komplett identisch mit einer Vollversions-DVD von Windows 7.

Nachdem ich aus den heruntergeladenen Datein mittels ImgBurn (übrigens ein unglaublich praktisches Programm, noch dazu kostenlos) eine bootfähige DVD erstellt hatte, wollte ich die Installation also angehen. Doch was passierte dann? Beim Starten des Rechners von der DVD bekam ich die lapidare Fehlermeldung “Cannot boot from CDROM. Error 05.” und mein gutes altes Vista fuhr von Platte hoch. Also wieder mal gegoogelt und herausgefunden, dass es mit älteren Mainboards von MSI und AsRock wohl öfter dieses Problem gäbe, da der Bootsektor der Win7-DVD mit diesen inkompatibel ist. Nun ist mein Mainboard weder alt noch von MSI oder AsRock (sondern von Asus), aber was solls. Abhilfe schafft das Erstellen einer Windows7-DVD, bei welcher man den Bootsektor durch einen anderen, z.B. von einer Vista- oder XP-DVD oder dergleichen ersetzt. Dabei ist es auch wurscht, ob es sich um eine 64bit oder 32bit-Version handelt, es geht alles. Also fluchs die nächste DVD mit anderem Bootsektor gebrannt, und siehe da, die Installation startet. Im Laufe der Installation kann man auch bequem die Festplatte (um-)partitionieren bzw. einzelne Partitionen formatieren, und dann geht das Kopieren der Windows-7-Dateien auch schon ohne weiteres Nachfragen los.

Die Installation ging ersten recht flott (würde mal schätzen so 20 Minuten) und zweitens völlig selbständig. Ich wurde weder nach irgendwelchen Treibern, noch nach einer Netzwerkkonfiguration oder der Auswahl bestimmter Komponenten gefragt. Nach einer guten Viertelstunde war die erste Frage von Win7, mit welchem der verfügbaren Drahtlosnetzwerke ich mich verbinden wollte, und wie denn bitte das Passwort für das gewählte Netzwerk sei. Dann wurde nochmal etwas weiterinstalliert, und nach ein oder zwei Neustarts saß ich vor einem arbeitsbereiten System, welches im Hintergrund noch die Treiber für meinen Laserdrucker und meine WebCam runterlud und installierte. Ich war online, alle Hardware (wie Soundkarte, Tintenstrahl- und Laserdrucker oder Webcam) funktionierte, und das System fühlte sich deutlich weniger träge und zäh an als Vista. Weiterer Pluspunkt: Es nervt nicht dauernd mit Fragen, ob diese Programm wirklich installiert oder jene Datei tatsächlich verschoben werden soll. Gerade beim Sortieren des Startmenüs wirklich angenehm, das hat mich bei Vista regelmäßig in den Wahnsinn getrieben.

Die Installation der restlichen Software wie Firefox, Thunderbird, Office etc. ging problemlos und schnell, und die 64bit-Versionen von Adobe Lightroom und Photoshop machen einen wesentlich flotteren Eindruck (zumindest beim Starten) als vorher mit 32bit unter Vista. Soweit alles gut.

Was bietet Windows 7 sonst? Das auffälligste ist die neue Taskbar, bei welcher Programme jetzt nur noch mit ihrem Icon dargestellt werden, und wo nicht mehr zwischen Verknüpfung zum Starten des Programms und dem Symbol des gerade geöffneten Fensters unterschieden wird. Man hat also z.B. nur noch ein Firefox-Symbol in der Taskbar. Klickt man darauf, wenn Firefox noch nicht geöffnet ist, so wird er gestartet. Klickt man darauf, während Firefox schon läuft, so holt man das Firefox-Fenster in den Vordergrund. Hat man mehrere FF-Fenster offen, kriegt man eine Miniaturansicht aller Fenster, indem man den Mauszeiger kurz über dem Firefox-Icon verweilen lässt und kann dann gezielt das gewünschte Fenster nach vorne holen. Das ganze erinnert somit an Apples Dock, ist aber noch etwas vielseitiger und – meiner Meinung nach – beim Arbeiten mit mehreren Fenstern eines Programms noch etwas besser durchdacht als das Dock von MacOS.

Eine weitere Neuerung sind die sogenannten Bibliotheken. Das sind virtuelle Ordner, welche den Inhalt beliebig vieler echter Ordner sozusagen “unter einem Dach” anzeigen. Wenn man z.B. seine Fotos in verschiedenen Ordnern über die ganze Festplatte verstreut gespeichert hat (oder sogar auf verschiedenen Festplatten), kann man diese ganzen Ordner der Bibliothek ‘Bilder’ hinzufügen und muss sich von da an nicht mehr durch alle Ordner hangeln, wenn man ein bestimmtes Bild sucht. Kein gerade revolutionäres Feature, aber dennoch sehr praktisch.

Für mich persönlich sind der ‘gefühlte’ Geschwindigkeitsvorteil sowie das seltener durch Sicherheitsfragen unterbrochene Arbeiten neben dem Upgrade auf ein 64bit-System die wichtigsten Gründe für den Wechsel, die anderen Sachen sind alle nett und schön zu haben, aber sicher kein Muss. Aber es ist ja auch so immer wieder schön, was neues auszuprobieren und eine schöne neue bunte Oberfläche zu haben.

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